München | Glockenbach

Der damalige Münchner Stadtbezirk 11, der sich von der Fraunhoferstraße im Norden entlang der Isar mit Hochwasserbett bis hin zur Braunauer-Eisenbahnbrücke bzw. Lagerhausstraße im Süden erstreckte. Im Westen liegt die Grenze bei der Thalkirchnerstraße vorbei am Südlichen Friedhof über die Pestalozzistraße bis hin zur Müllerstraße die sich im Nord-Osten befindet. Ebenfalls enthalten war im Stadtbezirk 11, das Dreimühlenviertel. Heute ist der Stadtbezirk 11 mit den Nachbarbezirken zum Großstadtbezirk 2 zusammengelegt worden.

Das Glockenbachviertel hat es fast hinter sich. Dort geschieht das, was immer bei einer Gentrifizierung passiert: Einst von Studenten und Künstlern entdeckte, verstaubte Viertel gewinnen mit der Zeit an Lebendigkeit und werden für immer mehr Menschen interessant. Irgendwann kommen die Spekulanten, es wird luxussaniert – so lange, bis die ursprünglichen Bewohner sich die Mieten nicht mehr leisten können.

Zurück bleiben Doppelverdiener-Paare, die mit zunehmendem Alter lärmempfindlicher werden. Kneipen müssen früher schließen, das Viertel verliert langsam, aber sicher seinen Charme. Und viele von denen, die genau wegen des besonderen Flairs dorthin gezogen sind, wenden sich enttäuscht wieder ab. Eine absurde Spirale.

Im Glockenbachviertel ist genau dieser Wandel in vollem Gange. Noch steigen die Preise für Wohneigentum und Mieten, die Nachfrage sei nach wie vor stark. Die hohe Nachfrage hat die Preisobergrenze noch einmal nach oben gedrückt. Aktuell liegt sie bei rund 13.000 Euro für den Neubau-Quadratmeter. Ausnahmen wie die Luxuswohnung im 56 Meter hohen Wohnturm „The Seven“ bestätigen die Regel. Hier kostet der Quadratmeter mit Aussicht stolze 20.000 Euro.

Ob der soziale Umbruch im Viertel dazu führt, dass der Wert der Immobilien auf lange Sicht sogar fällt, ist derzeit schwer vorauszusagen. Für ausgeschlossen halten Experten ein solches Szenario nicht. Das könnte dann für all jene zum Problem werden, die teuer gekauft haben und wieder verkaufen wollen.

Das Viertel verfügt heute über einen recht hohen und gepflegten Altbaubestand. Es ist das am dichtesten besiedelte Wohnviertel Münchens mit inzwischen gehobenen Mieten. Zusammen mit dem Gärtnerplatzviertel gibt es dort die meisten Kneipen und Restaurants und die Gegend etabliert sich immer mehr als Zentrum des Nachtlebens. Es hat sich eine rege Stadtteilkultur in Straßenfesten, Kunstaktionen und auch vielen Galerien und kunsthandwerklichen Läden durchgesetzt.

Münchner Immobilien & Grundbesitz GmbH

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