München | Ludwigsvorstadt

Die Ludwigsvorstadt bildet zusammen mit der Isarvorstadt den Münchner Stadtbezirk 2.

Der Stadtteil geht ursprünglich auf das Stadterweiterungsprogramm der bayerischen Könige zurück. Mit der Bavaria als optischem Höhepunkt sollte er ein modernes und grünes Viertel werden. Die Bezeichnung Ludwigsvorstadt taucht zum ersten Mal 1804, benannt nach dem Kronprinzen und späteren König Ludwig I, auf, der im Oktober 1810 anlässlich der Hochzeit mit seiner Therese ein großes Fest auf der nach seiner Gattin benannten Theresienwiese feierte – der Ursprung des heutigen Oktoberfests.

Die St.-Paul-Kirche, der „Vorstadtdom“ mit dem zweithöchsten Kirchturm Münchens, ist ebenso wie das Neue Rathaus am Marienplatz ein Werk der späten Neugotik. Die reichen Bewohnerinnen und Bewohner des Villenviertels nördlich der Theresienwiese finanzierten damals den Bau der Kirche mit. Zwischen 1892 und 1906 entstand die mächtige Basilika mit Zweiturmfassade und Kuppelturm. Mit dem Aufbau des Hauptbahnhofs und dem Ausbau der Klinik entstanden zwei neue Schwerpunkte.

Die Ludwigsvorstadt ist ein geschäftiger und ebenso vielfältiger Stadtteil. Jeden Tag nutzen tausende Menschen den Hauptbahnhof, ob Berufspendler, Ausflügler oder Touristen. Südlich des Bahnhofs hat sich seit den 1960er Jahren – der Zeit der Gastarbeiter – vor allem die türkisch-stämmige Gemeinschaft angesiedelt, mit etlichen Geschäften, Cafés, Restaurants und Kultureinrichtungen, was diesen Straßenzügen den Beinamen „Klein-Istanbul“ eingebracht hat.

Die Bavaria mit der Ruhmeshalle an der Theresienwiese ist von besonderer Besuchermagnet. Jedes Jahr pilgern Mitte September mehrere Millionen Menschen aus der ganzen Welt auf die Wiesn, wenn es auf dem Oktoberfest wieder heißt: „O‘zapft is“.

Einen krassen Kontrast dazu bildet das Klinikviertel mit den Universitätskliniken und zahlreich angegliederten Instituten: Während vor allem im Bahnhofsviertel immer viel Verkehr und Trubel herrscht, ist der südlich angrenzende Klinikbereich verkehrsberuhigt. Auch das Wiesnviertel ist eher ruhig, wenn nicht gerade Oktoberfest, Tollwood, Frühlingsfest oder Flohmarkt stattfinden. Beim Spazieren durch die Straßen fallen vor allem die gründerzeitlichen Bürohäuser auf. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Stadtteil als repräsentatives Villen- und Mietshausviertel konzipiert worden.

Die verbliebenen Mietgebäude aus der Gründerzeit weisen auch heute noch einen sehr hohen und größtenteils gepflegten Altbaubestand auf. Noch immer von großer wirtschaftlicher Bedeutung für München ist der Schlachthof München mit dem Fleischgroßmarkt und den vielen Groß- und Einzelhandelsbetrieben des Metzgerhandwerks und des Zulieferbereichs.

Durch die Modernisierung und Sanierung älterer Wohngebäude und den einhergehenden starken Anstieg der Mietpreise sowie durch die Errichtung von Eigentumswohnungen auf früheren Gewerbeflächen ist die Sozialstruktur in einzelnen Bezirksteilen in Veränderung begriffen. Am deutlichsten zeigt sich der Prozess in den alten Wohnquartieren der „einfachen Leute“ im Glockenbach- und Schlachthofviertel. In vielen Teilen des Glockenbach- und Gärtnerplatzviertels trifft man mittlerweile fast ausschließlich Bewohner mit hohem Einkommen an. Beide Stadtteile zählen heute zu den Teuersten der Stadt.

Zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen im Viertel zählen das Joggen und Sporteln an der Theresienwiese oder der Besuch in einem der vielen Kinos. In kultureller Hinsicht erwähnenswert ist das Deutsche Theater in der Schwanthaler Straße. Shoppen ist in der Altstadt in unmittelbarer Nähe ideal, und auch das Szeneviertel Isarvorstadt ist nicht weit entfernt. Wollen Bewohner der Ludwigsvorstadt schwimmen gehen, können sie das Schyrenbad im Stadtteil Untergiesing besuchen, das per Buslinie 58 direkt vom Viertel aus erreichbar ist.

Der optisch herausragende Mittelpunkt im Stadtteil ist die Bavaria. Mit der Ruhmeshalle erschaffen von Ludwig Schwanthaler. gekleidet in einem Bärenfell, in der Hand einen Eichenkranz, bewaffnet mit einem Schwert und neben ihr der Löwe – das bayerische Wappentier. Die 18 Meter hohe Statue, genau an der Grenze und eigentlich zugehörig zum Stadtteil Schwanthalerhöhe, ist aus 1560 Zentnern Erz gegossen, das aus untergegangenen Seeschlacht-Kanonen stammt. Die Bavaria kann von innen erklettert werden und bietet einen imposanten Ausblick über die Stadt. Die Ruhmeshalle im Rücken der Bavaria, eine dreiflügelige dorische Säulenhalle aus Marmor, wurde 1843 bis 1853 von Leo von Klenze errichtet.

der wichtigste Verkehrsknotenpunkt in München ist der Hauptbahnhof. Alle S-Bahnlinien der Stammstrecke und vier U-Bahnlinien fahren den Hauptbahnhof an. Die Theresienwiese ist direkt über die U4 und U5 erreichbar. Über die U-Bahnlinien U3 und U6 ist auch der südöstliche Teil der Ludwigsvorstadt gut an den öffentlichen Nahverkehr angeschlossen. Zudem kreuzen mehrere Trambahn- und Buslinien das Viertel.

An der HackerBrücke in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof befindet sich zudem der 2009 eröffnete Zentrale Omnibusbahnhof, der wichtigste Münchner Knotenpunkt für den überregionalen und internationalen Busverkehr.



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